Eine Chance für den ZKF-Nutzfahrzeugbetrieb

Umrüstung

Die beschlossenen Klimaschutzziele der EU werden sich nachhaltig auf den Verkehrssektor auswirken und neuartige Antriebskonzepte für Nutzfahrzeuge in nur wenigen Jahren etablieren. Die Kommission sieht mit dem „Europäischen Green Deal“ vor, dass die Gesamtemissionen im Verkehrssektor bis zum Jahr 2050 um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt die Treibhausgasemissionen über alle Sektoren bis zum Jahr 2030 um mindestens 65 Prozent zu reduzieren und darüber hinaus bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu sein.

Die Lkw-Industrie hat mit der Transformation bereits begonnen, wobei die Hersteller – vor allem im Schwerlastverkehr – unterschiedliche Strategien verfolgen.
Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton mit Ihren Marken MAN und Scania setzt auf den vollelektrischen Antrieb. Die Lkw-Hersteller Daimler, Volvo und IVECO hingegen wollen zusammen mit dem Gashersteller Linde und den Energiekonzernen Shell, OMV und Total in einer Allianz den Brennstoffzellenantrieb mit Wasserstoff als Energiequelle europaweit durchsetzen.

Milliardenprogramm des BMDV für die Anschaffung von klimafreundlichen Nutzfahrzeugen

Um den Technologierwandel voranzubringen, stellt das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) bis zum Jahre 2024 für die Anschaffung klimafreundlicher Nutzfahrzeuge 1,6 Milliarden Euro sowie 5 Milliarden Euro für den für den Aufbau der Tank- und Ladeinfrastruktur (Pkw und Lkw) bereit. Eine entsprechende Förderrichtlinie wurde Anfang August letzten Jahres von der EU genehmigt.

Die Transportbranche zeigte großes Interesse an dem Programm, weshalb mit dem ersten Förderaufruf 445 Anträge für Nutzfahrzeuge mit klimaschonenden Antrieben mit beantragten Mitteln in Höhe von rund 254 Millionen Euro eingegangen sind. Ein weiterer Förderaufruf ist für das erste Quartal 2022 geplant.

Umrüstung von Bestandsfahrzeugen zeigt starkes Wachstum

Auf Grund des eingeschränkten Angebots der Lkw-Industrie beschert das Förderprogramm, bei dem bis zu 80% der Mehrkosteninvestitionen erstattet werden, vor allem den Unternehmen mit Nach- und Umrüstlösungen volle Auftragsbücher.
Besonders Unternehmen, die Fahrzeuge mit teuren Sonderaufbauten im Einsatz haben oder KMU, die die Fahrzeuges Ihres Fuhrparks nicht leasen sondern kaufen und über mehrere Jahre im Einsatz haben, sind Zielgruppe von umweltfreundlichen Umrüstungen.

Die Nachfrage nach Umrüstungen ist derart groß, dass die Anbieter der Nachfrage aus Gründen der Werkstattkapazität kaum nachkommen können.
Prognosen zeigen jedoch, dass die Nachfrage weiter steigen wird und ein großer Bedarf an Fahrzeugumrüstungen besteht. Die Bereitstellung eines flächendeckenden Service- und Vertriebsnetz stellt die meist mittelständisch geprägten Umrüstanbieter vor eine weitere Herausforderung.

Genau in diesem Punkt kann sich für den Aufbauhersteller die Chance bieten, neue Geschäftsfelder zu erschließen und verstärkt im Servicebereich tätig zu sein.

Es gibt Beispiele aus unserer Branche, bei denen sich Unternehmen vom reinen Aufbauhersteller zum Anbieter von Gesamtfahrzeugen mit alternativen Antrieben entwickelt haben. Oder wer hätte beispielsweise vor Jahren gedacht, dass ein Hersteller von Anhängerachsen zum Lkw-Hersteller wird?

Werkstätten und Servicepartner gesucht

Die Logistik- und Nutzfahrzeugbranche steht am Anfang eines großen technologischen Wandels, der auch die Aufbauhersteller indirekt betreffen wird.
Lkw oder Transporter mit E-Antrieb oder Nutzfahrzeuge, die Kraftstofftanks mit Flüssiggas oder Wasserstoff am Chassis haben, können zukünftig nur noch in entsprechend qualifizierten und ausgestatteten Betrieben bearbeitet werden.

Damit sich die Investitionen in Mitarbeiterschulungen und betriebliche Ausrüstung schneller amortisieren können, kann ein Betrieb mit seinem neu gewonnen Know-how den Dienstleistungsbereich ausbauen und Service-Partner der verschiedenen Nach- und Umrüster werden. Bei entsprechender Werkstattkapazität vielleicht auch selbst Umrüstungen durchführen.

Dem ZKF ist bekannt, dass die neu auf den Markt gekommenen Fahrzeughersteller und auch die Ausrüster von Batterie- und Brennstoffzellenantrieben bundesweit leistungsstarke Unternehmen aus dem Nutzfahrzeugbereich suchen, um ihr Service-, Vertriebs- und Werkstattnetz auf- und auszubauen.

„Automobilen Zukunftsforum“ vom 30.06. bis 02.07.2022 auf Lausitzring

Ein Hinweis für interessierte Mitgliedsunternehmen auf dem Nutzfahrzeugbereich: Das Thema der Nachrüstung mit alternativen Antriebstechniken wird u.a. auf dem „Automobilen Zukunftsforum“ vom 30.06. bis 02.07.2022 auf Lausitzring mit Livevorführungen, Vorträgen und Diskussionen weiter vertieft. Das weitere Programm sowie das Online-Anmeldeformular finden Sie >hier<.

Quelle und Bild: ZKF

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